Ausfälle bei TUI Fly gehen wahrscheinlich vor Gericht

Der Großstreik der Angestellten der TUI Fly vor einigen Wochen wird nun wohl die Gerichte beschäftigen. Anfang Oktober waren über viele Tage hinweg Flüge des Unternehmens wegen massenhafter plötzlicher Krankmeldungen ausgefallen. Das betraf vor allem Flüge von Air Berlin. TUI hatte daraufhin umgehend bekanntgegeben, keine Entschädigung an Passagiere, die ihren Flug verpasst haben, zu zahlen. Reiserechtler sind allerdings davon überzeugt, dass die Sache gerichtliche Folgen hat.

Betroffene sollen Schaden geltend machen

Betroffenen TUI-Kunden wird deshalb empfohlen, ihre Ansprüche geltend zu machen. Per Gerichte wird dann entschieden, ob die ausgefallenen Flüge wegen eines externen Arbeitskampfes, sprich aufgrund höherer Gewalt zustande kamen oder nicht. Der Reiserechtsexperte Ernst Führich in der „Touristik aktuell“:  „Wo kein Kläger, da kein Richter“. Stellen die Richter keine höhere Gewalt fest, haben die Kunden zusätzlich zur Rückzahlung des Reisepreises einen Anspruch auf Ausgleichszahlungen entsprechend der Fluggastrechteverordnung der EU. Auch die Gewährleistungsrechte nach dem Reisevertragsrecht greifen dann.

Da es bisher wohl noch keine Beweise gibt, dass sich die Crew-Mitglieder vorsätzlich zu dieser Art Streik verabredet hätten, stünden die Chancen für einen erfolgreichen Prozess nicht schlecht. Käme es soweit, wären nach EU-Recht 600 Euro Entschädigung pro Passagier fällig. Bei gebuchten Pauschalreisen, muss das Unternehmen die gesamte Reise bezahlen, bei separater Buchung, nur für den Flug.

Höhere Gewalt?

TUI selbst geht bei den vielen Krankmeldungen von höherer Gewalt aus. Denn in solchen Fällen, zu denen Streiks, Terrorangriffe oder Naturkatastrophen zählen, müssen die Airlines die Kunden nicht entschädigen. Juristen bewerten Krankheiten allerdings nicht als außergewöhnliche Umstände oder gar höhere Gewalt. Arbeitgeber müssten immer damit rechnen, dass Personal krank wird. Dem Kunden dürfte dadurch kein Nachteil entstehen.

Voraussetzung für eine Entschädigung sind die bestätigte Buchung und das pünktliche Erscheinen beim Check-In. Außerdem muss der Flug eine Verspätung von mindestens drei Stunden haben.

Dieser Beitrag wurde unter Allgemein veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.