Rettet Billigflieger Easyjet demnächst Air Berlin?

Air Berlin kämpft als zweitgrößte deutsche Fluggesellschaft leider seit Längerem mit herben Verlusten. Nach Berichten der „Bild“ Zeitung und der „Welt“ soll es nun Gespräche mit der Billigairline Easyjet gegeben haben.

Im Zuge des Restrukturierungsprogramms von Air Berlin hat der arabische Großaktionär Etihad bereits eingegriffen. Die Airline darf ihren Anteil aus aktienrechtlichen Gründen allerdings nicht über 30 Prozent aufstocken. Weitere Investoren sind also gefragt. Das Easyjet als solcher einsteigen will, wurde von den betroffenen Unternehmen bislang nicht bestätigt. „Wir kommentieren grundsätzlich keine Marktgerüchte“, erklärte ein Sprecher von Air Berlin auf Anfrage der „Welt“. Auch von Easyjet habe man eine ähnliche Antwort bekommen. Immerhin handle es sich – gebe es tatsächlich so eine Absicht – um eine börsenrelevante Information und müsste dann ohnehin offiziell verkündet werden.

Lukratives Bündnis für Easyjet

Laut der „Bild“-Zeitung, die von einem Treffen von Air-Berlin und Easyjet bei London berichtete, ziehe Air Berlin zum Beispiel eine Beteiligung an Spanienrouten, die besonders lukrativ seien, in Erwägung. Für Easyjet wäre das Bündnis mit Air Berlin und Etihad interessant, da man so gegenüber dem Rivalen Ryanair, beim Passagieraufkommen erheblich aufholen könne. Doch das ist alles Spekulation.

Air-Berlin, unter dem neuen Chef Stefan Pichler, will sich mit einer Strategie aus Schrumpfen und Sanieren aus den roten Zahlen bringen. Am 28. April wird der Geschäftsbericht für 2015 publik und wird die realen Zahlen offen legen. Im Herbst war bereits von einem Nettoverlust von über 190 Millionen Euro die Rede. Das hatte auch starke Auswirkungen auf die Air-Berlin-Aktie. 2006, beim Börsengang, war sie noch zwölf Euro wert gewesen. Inzwischen kostet sie nur noch nur noch knapp über 70 Cent. Die aktuellen Spekulation um ein Bündnis mit Easyjet brachten da auch keinen Kursgewinn.

Verluste bei Air Berlin, Gewinn bei Easyjet

Mit immerhin 30 Millionen Fluggästen in 2015, transportierte Air Berlin aber fast fünf Prozent Menschen weniger als noch 2014. Easyjet konnte das Passagieraufkommen allein in Deutschland um 14 Prozent, auf 7,3 Millionen Fluggäste steigern.

Nach der Beteiligung der Fluggesellschaft Etihad mit knapp unter 30 Prozent und dem Einstieg einer türkischen Industriellenfamilie lagen Ende 2015 noch 56 Prozent der Anteile von Air Berlin in deutscher Hand.

Air Berlin befördert derzeit täglich Passagiere von Dresden nach Palma de Mallorca und bis zu vier Mal täglich nach Düsseldorf. Easyjet fliegt fünf Mal wöchentlich von Dresden nach Basel.

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