Streitfälle bei Flugreisen: Schlichtungsstelle bietet Vermittlung an

Wie das Handelsblatt aktuell berichtet, muss die Schlichtungsstelle für den öffentlichen Personenverkehr immer häufiger in Streitigkeiten bei Flugreisen vermitteln. Während überraschenderweise Beschwerden über Bahnreisen zurückgingen, stiege die Zahl der nötigen Schlichtungen bei Flugreisen rasant an.

Während die Schlichtungsstelle für den öffentlichen Personenverkehr im ersten Halbjahr 2015 einen Eingang von 4133 Schlichtungsanträgen zu Flugreisen verbuchte, waren es im Vorjahreszeitraum mit gerade einmal 1401 Beschwerden, rund drei mal weniger.

Immer mehr Fluggesellschaften beteiligen sich an Schlichtungsstelle

Der Anstieg sei darauf zurückzuführen, dass immer mehr Fluggesellschaften sich an der Schlichtung beteiligten, erklärte Heinz Klewe, Geschäftsführer der SÖP, in einer aktuellen Pressemeilung. „Alle deutschen und über 30 internationale Airlines machen bereits mit, auch Ryanair und Easyjet.“ Insgesamt beteiligen sich inzwischen etwa 240 Verkehrsunternehmen an dem Verfahren, das von ihnen selbst finanziert wird. In vielen Streitfällen geht es um Entschädigungen aufgrund von Verspätungen oder bei Ausfällen von Flügen und Bahnfahrten. Als Schlichtungsstelle für Bahn, Luftverkehr, Fernbus und Schiff ist die SÖP von der Bundesregierung anerkannt worden.

Staat hat Schlichtungsstelle offiziell anerkannt

„Die Schlichtung beruht auf dem Prinzip der Freiwilligkeit“, so SÖP-Geschäftsführer Klewe. „Das hat sich sehr bewährt. Die Unternehmen arbeiten auf dieser Grundlage viel engagierter mit, als wenn sie zur Schlichtung gezwungen wären.“ Durch gesetzliche Vorgaben und einen Beirat unter Vorsitz des Bundesverbandes der Verbraucherzentralen sei die nötige Unabhängigkeit der Schlichtungsstelle gewährleistet.

Gegen eine zentrale Schlichtungsstelle hatten viele Fluggesellschaften lange Zeit Vorbehalte angemeldet. Durch die staatliche Anerkennung der Einrichtung, auch für den Flugverkehr Ende 2013, hat sich das geändert.

Bei 91 Prozent der von der Schlichtungsstelle bearbeiteten Fälle nahmen Beschwerdeführer und Airlines die Schlichtungsempfehlung, die damit rechtlich bindend wurde, an. „Alle Beteiligten sparen durch die Schlichtung Geld, Zeit und Ärger“, so Klewe fest.

Als unabhängiger Dritter vertritt Claim Flights die Rechte von Flugpassagieren. Das Unternehmen recherchiert anhand der Flugnummer und sammelt Argumente um Forderungen aus verspäteten oder ausgefallenen Flügen möglichst im Sinne des Fluggastes durchzusetzen.