Noch mehr Transparenz bei der Online-Buchung von Flugtickets

Der Endpreis von Flugtickets, die online gekauft werden, muss von Anfang an ersichtlich sein. Mit dieser Festlegung präzisierte nun der Europäische Gerichtshof ein seit Jahren bestehendes Gesetz. Demnach muss der Ticketpreis von Flügen, die im Internet gebucht werden, samt Steuern und Zusatzkosten von Anfang an angezeigt werden.

Immer wieder gab es Unklarheiten, die zu Streitigkeiten mit Fluggesellschaften führten, weil bei Buchungen nicht genügend auf Nebenkosten, die ganz am Ende den Preis in die Höhe trieben, verwiesen wurde. Denn zu welchem Zeitpunkt der Online-Buchung der Gesamtpreis zu erscheinen habe, war bislang nicht geregelt. Das soll nun anders werden.

Gesamtpreis muss immer ersichtlich sein

Das neue Urteil zu den Preisangaben von Flugverbindungen bei Online-Buchungen in der Europäischen Union fällte der Gerichtshof der Europäischen Union (EuGH) nach einer Revisionsklage von Air Berlin vor dem Bundesgerichtshof.

Weil der Endpreis nicht in jedem Fall ersichtlich gewesen sei, hatte der Bundesverband der Verbraucherzentralen gegen das von Air Berlin 2008 eingeführte Buchungssystem Klage eingelegt. Der Rechtsstreit ging durch die Instanzen bis vor den Bundesgerichtshof. Die Verbraucherschützer warfen der Fluggesellschaft vor, bei den tabellarischen Preisangaben, Ticketpreise ohne die Angabe von Steuern, Flughafengebühren und Kerosinzuschlägen angezeigt zu haben. Dabei gelte seit 2008, dass der Endpreis für alle Flugdienste jederzeit komplett ausgewiesen werden muss, einschließlich aller Entgelte.

Air-Berlin fliegt auch ab Dresden

Das Urteil ist auch für Reisende ab Dresden interessant. Denn Air-Berlin fliegt mehrmals täglich vom Flughafen Dresden nach Düsseldorf und ab Februar 2015 nach Palma de Mallorca.

Bei Air Berlin selbst, nahm man das Urteil gelassen entgegen. Denn man habe schon vor einiger Zeit das Buchungssystem teilweise umgestellt. Wer aktuell nach Flügen sucht, bekommt nur Preise inklusive Steuern und Zuschlägen angezeigt. Nach den Angaben des Air-Berlin-Sprechers dürfte sich auch nach dem Urteil des EuGH für Kunden kaum etwas ändern.

Die Verbraucherschützer werten das Urteil dennoch als Erfolg zur Stärkung der Rechte der Kunden. Denn inzwischen seien weniger die Fluggesellschaften das Problem, als vielmehr die Online-Reisebüros, die Servicepauschalen und Gebühren oft erst sehr spät anzeigen lassen würden. Daran dürfte sich nun etwas ändern.