Billigairlines dürfen weiterhin Zusatzkosten für Gepäck verlangen

„Die Beförderung des aufgegebenen Gepäcks von Fluggästen ist kein unvermeidbarer und unvorhersehbarer Bestandteil des Preises für den Luftbeförderungsdienst,“ so begründeten die Richter des Europäischen Gerichtshofes (EuGH) am 11.September 2014 ihre Entscheidung, dass Fluglinien für Gepäck extra Gebühren erheben dürfen.

Airlines haben Recht auf freie Preisgestaltung

Die Sache war zur Klage gekommen, weil eine Urlauberin aus Spanien, die mit der Fluggesellschaft Vueling geflogen war und für mehrere Koffer einen Zuschlag von 40 Euro zu ihrem Billigticket zahlen sollte, Einspruch erhoben hatte. Sie berief sich auf die italienische Gesetzgebung, die derartige Zusatzkosten verbietet. Doch auf Nachfrage aus Madrid bestätigte der Europäische Gerichtshof nun, dass diese landeseigene Regelung dem festgeschriebenen Prinzip der freien Preisgestaltung im EU-Recht widerspricht.

Wer günstig bucht, muss mit Zusatzkosten rechnen

Das heißt konkret: Wer einen billigen Flug bucht, muss mit Zusatzkosten – wie für das Gepäck – rechnen. Allerdings haben die Airlines hier auch nur einen begrenzten Spielraum. So bleiben das Handgepäck und am Flughafen gekaufte Waren von einem Zuschlag unberührt. Sogenannte Kabinen-Trolleys werden auch als „unverzichtbar“ angesehen und sind als Handgepäck einzustufen.

Außerdem wies der EuGH ausdrücklich darauf hin, dass die Gesellschaften sämtliche Grund- und Zusatzleistungen vor Beginn jeder Buchung deutlich und transparent machen und für Handgepäck und Gepäck was zusätzlich zu zahlen ist, konkrete Maße angeben müssen.

Gepäcktransport ist Zusatzsufwand

Da die Mitnahme von Gepäck auch zusätzlichen Aufwand mit sich bringe, schließen die Fluggäste und die Airlines einen eigenen, zusätzlichen Beförderungsvertrag. Die Kosten könne das Unternehmen festlegen.

Wer sich über die Buchung eines ganz besonders günstigen Flugtickets freut, muss aufpassen. Denn was für die meisten Airlines zum Service gehört, kommt Fluggäste von Billigfliegern auf teuer zu stehen. So hatten in der Vergangenheit Billigairlines mit kuriosen Zusatzkosten immer wieder für Aufsehen gesorgt. Während die meisten Gesellschaften längst für die Bord-Verpflegung ordentlich zur Kasse bitten, lassen sich Easyjet und Ryanair auch die Sitzplatzreservierung bezahlen. So langt man auch beim Gepäck ordentlich hin. Sind bei konventionellen Flügen Gepäckstücke mit einem Gewicht von bis zu 23 Kilo gratis, zahlen Reisende bei Ryanair und Wizzair für jedes Gepäckstück Gebühren von 15 Euro oder mehr. Bei Easyjet sind es 14 Euro.

Wer günstig, sicher und flexibel den Park- und Shuttleservice bei easy park & fly am Flughafen Dresden nutzt, wird selbstverständlich mit sämtlichem Gepäck kostenlos transportiert.