Rechte von Fluggästen bei Verspätungen gestärkt

Passagiere dürfen künftig bei Verspätungen von Flugzeugen mit einer klareren Rechtslage argumentieren. Der Europäische Gerichtshof (EuGH) entschied am 4.9.2014, dass es bei Entschädigungen maßgeblich darauf an kommt, wann sich die Türen eines Flugzeugs öffnen, denn erst dann sei die Landung erfolgt. Fluggesellschaften müssen auf Grund dieses Urteils nun öfter Entschädigungen zahlen.

Ausgleichszahlungen ab drei Stunden Verspätung

Im EU-Recht ist verankert, dass Fluggesellschaften ab einer Verspätung von drei Stunden sogenannte Ausgleichszahlungen leisten müssen. Allerdings nur, wenn es sich nicht um „höhere Gewalt“, wie zum Beispiel bei Unwetter, handelt. Das hatte der Europäische Gerichtshof schon 2009 entschieden und pauschale Ausgleichsleistung, je nach Entfernung, auf 250, 400 oder 600 Euro festgesetzt. Allerdings war bisher umstritten, welcher Zeitpunkt als Ankunft anzusehen ist.

Öffnung der Türen ist maßgeblicher Zeitpunkt der Landung

Bei dem aktuellen Fall hatte ein Passagier, dessen Germanwings-Flug von Salzburg nach Köln/Bonn drei Stunden und zehn Minuten verspätet in Salzburg gestartet war, geklagt. Die Maschine setzte zwei Stunden und 58 Minuten nach der ursprünglich angegebenen Ankunftszeit auf dem Rollfeld auf, erreichte aber erst fünf Minuten später ihre endgültige Parkposition und die Türen wurden geöffnet. Mit Verweis auf den Zeitpunkt der Landung lehnte Germanwings die Ausgleichsleistung des Passagiers ab.

Da aber, so das Gerichtsurteil, Passagiere, während die Türen des Flugzeugs noch geschlossen seien, sich nicht um ihre privaten oder beruflichen Angelegenheiten kümmern könnten und sich weiterhin in der geschlossenen Kabine aufhalten müssten, könne nicht das aufsetzen auf dem Rollfeld maßgeblich sein, sondern der Zeitpunkt, wenn den Passagieren das Verlassen der Maschine gestattet ist.